Die Geschichte des Kellendonkshofs

natur_310Unser Bauernhofcafe auf dem Kellendonkshof wurde im Jahre 1998 eröffnet. Zuvor wurde der Betrieb mit seinen dazu gehörigen Ländereien Jahrhunderte lang jedoch rein für die Landwirtschaft genutzt. Die Gebäude, in denen heute die Gäste verwöhnt und die Leckereien kreiert werden, dienten früher der Aufzucht von Kühen und Schweinen. Auslauf bekamen die Tiere auf den Wiesen und Weiden rund um die Binnenheide, die sich zwischen den kleinen Flüssen Waterforth und Fleuth erstreckt und dem typischen Idyll einer niederrheinischen Landschaft entspricht. Inmitten dieser Binnenheide liegt der Kellendonkshof , der auf stattliches Alter zurück blicken kann.

 

Eine Hofchronik

1319
Die erste nachweisbare Erwähnung erfolgt im Jahre 1319, wo im Einkünfteverzeichnis des Grafen Dietrich IX von Kleve ein gewisser Hendrick von Kelendoc benannt wird –  mit dem Vermerk, dass er 2 soldius (=Schilling) gutes gelts, dat nomet scotegelt zu zahlen hat.

1442
Wird der Hof im Weistum der Laten von Winnekendonk (heute eine Ortschaft der Stadt Kevelaer mit über 4.000 Einwohnern) erwähnt.

1474
Derick van Schoet ist Pächter auf Kellendonkshof nach dem Latenbuch des Landdrosten. Er heißt dort: een guet, geh. die Kelendonc, haldende 10 mls lantz (ein Gut genannt die Kelendonc, hält 10 Maldersaat – kleine Morgen – Land). Er hat zu zahlen: 2 alde vlems, zu zahlen bei den Hoftagen, halb an die Herrschaft, halb zur Entschädigung für das Essen.

1632
Von der preußischen Regierung im Herzogtum Kleve wird eine Erhebung der Ländereuen angeordnet.. Darin ist auf Kellenduncks Kath ein Henrick up gen Kellendunck als Eigner angegeben. Er hat einen Leibgewinnsvertrag (eine damals übliche Art der Verpachtung) in der Schlüterei Uedem und muss an Abgaben dem Landsherrn 1 Daler und Tind (Zehnt) bezahlen. An Ländereien hat er 4 holl. Morgen Ackerland und 2 holl. Morgen Benden. Von Robert van Reidt hat er 480 Ruthen gekauft, wofür er Zins und ein paar Hühner an den Landesherrn zu geben hat.

1641
Gegen Ende des 30jährigen Krieges. Noch wüten fremde Kriegsvölker am Niederrhein. Die Bewohner werden drangsaliert, erpresst, vertrieben, ermordet. Von der fremdem Soldateska werden Contributionen verlangt. Kellendonck, z. Zt. Unbewohnt, hat an die Hessische Garnison in Kalkar 2 spint Roggen zu liefern.

1734
Es folgt eine Erhebung zu Steuerzwecken, aus der hervor geht, dass auf Kellendongcks Kath zu dieser Zeit als Eigentümer Hendrik Peters eingetragen ist. Der Hof besteht aus zwei Gebäuden und 12 holl. Morgen Ländereien (Bauland, Wiese, Weide, Garten, Bruch, Hofraum).

1775
Laut der Kirchenbücher von St. Urbanus Winnekendonk lebt auf Kellendonkshof Stephanus Stammen, der mit Petronella Planken verheiratet ist und Sohn und Tochter hat. Auch 1794 bewohnen sie noch mit fünf Personen den Hof.

1793
Sohn Peter Stammen, verheiratet mit Hendrina Aimans, übernimmt den Kellendonkshof.

1817
Sohn Stephan Stammen, verheiratet mit Anna Maria Urselmans, wird Eigentümer.

1822
In diesem Jahr hat der Hof die Hausnummer 120. Er ist 10 Morgen groß. Zum Haushalt gehören fünf Personen und zwei Dienstboten.

1865
In diesem Jahr sind die Geschwister Stammen gemeldet. Die Hausnummer ist jetzt 241.

1897 bis 1910 gehört der Hof Johann van Gemmeren.

1930
Josef und Maria Lohmann (die Großeltern des heutigen Eigentümers) aus Xanten kaufen den Kellendonkshof.

1950
Tochter Maria Lohmann heiratet Hans Pellander aus Pont. Sie bewirtschaften den Kellendonkshof bis 1980.

1998
Sohn Franz-Josef Pellander und Ehefrau Maria (geborene Verhaag) bauen auf dem Kellendonkshof das „Bauernhofcafe Binnenheide“ und führen die Landwirtschaft noch wenige Jahre weiter. Zu Beginn des neuen Jahrtausends werden die übrigen Nutzgebäude sowie Ländereien rund um die Binnenheide verpachtet und bis heute landwirtschaftlich genutzt.